Das Wort “Nami” ist japanisch und bedeutet “Welle”. Manchmal wünsche ich mir mein work-flow würde wie die Wellen des Meeres stetig ans Ufer rauschen. Leider ist das nicht immer so.

Manche Dinge brauchen einfach Zeit. Dieser Armreif ist das beste Beispiel. Beim Sortieren meiner Fotos stellte ich fest, dass ich bereits 2015 begonnen hatte daran zu arbeiten. Folge dessen hat es vier Jahre gedauert bis er fertig war. Zwischenzeitlich nahm ich das Werkstück in die Hand und fragte mich: “Ist das mein Stil. Ist das Design doch zu verspielt? Ist die Form ausgewogen?” Ich glaube vielen Kreativen geht es so. Man möchte seine Ideen authentisch ins Außen bringen und verhakt sich dabei im Kopf. Für mich ist in den letzten Jahren immer klarer geworden, dass ich irgendwann einfach tun muss um in den Flow zu kommen.

Anfangs taste ich mich Schritt für Schritt voran und wäge ab. Ich überlege, was gefällt mir noch nicht an Form und Ausführung. Dann kommt der Moment in dem ich mutig eine Entscheidung treffen muss und die “Wenn und Abers” im Kopf beiseite schiebe. Ich fand eine Möglichkeit die Voluten auf der Rückseite des Armreifs auf zukitten und noch exakter auszuarbeiten. Die Außenform erweiterte ich so, dass nun Diamanten unter der Mokume Gane-Struktur herausschauen und wie glitzernde Gischt wirken. Tatsächlich ist es ein Prozess der Übung benötigt, das Erdachte zu materialisieren. Im Zweifelsfall muss man einen andern Weg einschlagen als geplant. Manchmal fügt man dabei der Arbeit einen neuen Aspekt hinzu.